Viele haben Pläne und Träume für ihren Ruhestand. Wenn es aber um die finanzielle Planung geht, ist man schnell überfordert. Professionelle Ruhestandsplanung wird aufgrund steigender Lebenserwartung immer wichtiger.
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Die neue Versicherungsaufseherin der Bafin, Julia Wiens, hat ihre aktuellen Prioritäten abgesteckt. Demnach stehen die deutschen Versicherer zwar derzeit gut und vor allem stabil da. Doch das soll auch so bleiben, machte Wiens in einer Rede auf dem GDV Insurance Summit klar. Sie ließ keinen Zweifel daran, dass die Bafin die Branche im Auge behalten werde.
Damit liegt sie ganz auf der Linie von Bafin-Chef Mark Branson, der seit Jahren daran arbeitet, die Finanzbranche an die regulatorische Kette zu legen. Kuschelkurs ist nicht mehr, das lässt auch Julia Wiens eindeutig durchblicken. Zu einigen einzelnen Themen:
Die Lebensversicherer haben den Zinsanstieg gut überstanden, so Wiens. Und sie seien bislang kaum gezwungen gewesen, stille Lasten aus Kursverlusten am Anleihemarkt realisieren zu müssen (mehr dazu lesen Sie hier). „Bislang können wir hier Entwarnung geben. Das Storno hat sich bisher nicht dauerhaft erhöht“, so Wiens.
Gleichwohl müssten Lebensversicherer aufpassen. Denn das erhöhte Zinsniveau können sie nur dann nutzen, wenn auch genügend neues Geld reinkommt. Doch weil die klassische Lebensversicherung an Bedeutung verliert, schrumpfen in manchen Häusern sogar die Sicherungsvermögen. Einfach umschichten ist wegen einerseits der stillen Lasten und andererseits zunehmend genutzten nicht-liquiden Anlagen (Private Equity, Private Debt und Immobilien) nicht so einfach. Wiens deshalb: „Kurzum: Als Lebensversicherer brauchen Sie heute ein richtig gutes Asset-Liability-Management.“
Wiens glaubt, dass einige Versicherer von Höhe und Dauer der Inflation überrascht wurden. Weshalb dort die Kosten stärker stiegen als die Prämien. Als Beispiel nennt sie KFZ-Policen. Dauerhaft verlustträchtige Versicherungszweige seien aber nicht akzeptabel. Weshalb es richtig sei, die Prämien zu erhöhen. „Aber wird das ausreichen? Wir werden hier weiter ganz genau hinsehen“, kündigt Wiens an.
Zunächst die gute Nachricht. Auch wenn Versicherer der pleitegegangenen Immobiliengruppe Signa Geld geliehen oder sich an Projekten beteiligten hatten, gefährdet das laut Wiens nicht ihre Risikotragfähigkeit. Die Branche soll das aber als Warnsignal verstehen und ein Auge auf ihre Kapitalanlagen und vor allem die Gewerbeimmobilien haben.
Seite 2: „Ein ‚Weiter so‘ wird es nicht geben“
Hier äußert sich Wiens ausführlich zu Cyberangriffen und sagt: „Die Bedrohung ist so hoch wie nie. Hinzu kommt: Die Versicherungsbranche ist ein besonders attraktives Ziel für Cyberangriffe. Wegen ihrer hochsensiblen Kundendaten. Und Ihre Kundinnen und Kunden erwarten von Ihnen, dass diese Daten bei ihnen sicher sind.“
Sie schildert, dass die Bafin künftig genau Bescheid wissen will, welche Gefahren es gibt und wie verwundbar die von ihr beaufsichtigten Unternehmen sind. Insbesondere wolle sie dort vor Ort die Systeme weiter prüfen. Auch wenn das für die Geprüften nicht immer angenehm ist. In Richtung Versicherer fordert Wiens: „Sie müssen ihre IT-Risiken im Griff haben. Auch die Risiken, die durch IT-Auslagerungen entstehen.“
Die Bafin will solche ausgelagerten Aktivitäten kennen und auswerten. Sie will Verflechtungs- und Konzentrationsrisiken ermitteln. Und dabei soll die etwas über ein Jahr alte Auslagerungsdatenbank helfen. „Rund 2.000 Unternehmen aus dem Finanzsektor haben hier bislang mehr als 20.000 Auslagerungen angezeigt“, berichtet Wiens.
Und dann kommt sie endlich auch auf die Kosten von Vorsorgeprodukten zu sprechen. Ein nicht neues und schon lange umkämpftes Thema. Stichproben hätten gezeigt, dass manche Produkte zu teuer seien, so die Aufseherin. Im Rahmen des neuen „risikoorientierten Aufsichtsansatzes“ habe man einige Produktanbieter erkannt, mit denen man sich nun „intensiv austausche“. In einem ersten Fall hätten sich die Konditionen für bestehende und neue Verträge für die Kunden schon verbessert.
Wiens droht übrigens an keiner Stelle mit Provisionsverbot (im Gegensatz zu Branson vor einigen Wochen). Doch sie wird deutlich, dass es Grenzen gibt: „Für mich ist klar: Beratung muss vergütet werden. Aber genauso klar ist: Ein ‚Weiter so‘ wird es nicht geben. Denn in gewissen Fällen sehen wir deutlich die Übertreibungen zu Lasten der Kundinnen und Kunden. Wir wollen Exzesse beim provisionsgestützten Vertrieb wirksam verhindern.“
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Ein Kommentar
Sehr, sehr einfach zu lösen!
Einfach mal einen Vergleich mit der Beamtenpolitikerrichterprnsion, Rückstellungsdefizit 3 Billionen EURO, und ohne Eigenbeitrag die 4-fach höhere lebenslange Altersversorgung herstellen. Um heute eine Neudurchschnittsrente von € 805,00 erzielbar bei einem aktuellen Durchschnittseinkommen von € 4100,00, müssen 18,6% Rentenbeiträge entrichtet werden. Bei vierfach höheren Pensionen sind das um 74%. Jetzt noch 4% Maklereinkommen gegenüberstellen, dann wird die Lächerlichkeit von Provisionsverboten sehr deutlich. Leider gibt es in der Branche gegenüber Beamten ein Stillhalteabkommen, da viele Versicherer gute Beitragszahler, staatlich abgesichert, nicht verlieren will. Es hindert aber niemand daran, ohne Medien-sicher schwierig in der heutigen Zeit, das mit von der Leyen und deutschen Entscheidern, im stillen Kämmerlein zu klären. Große Politikentscheidungen wurden ja nicht offen im Parlament durchgesetzt.