Honorarberatung

Das Aus für 40.000 Versicherungsvermittler

Eine Studie des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) hat verschiedene Szenarien untersucht, die der Vermittlerbranche durch EU-Neuregelungen wie Provisionsoffenlegung und Förderung der Honorarberatung drohen würden. Das Einkommen würde sich erheblich verändern – und damit auch die Zahl der Vermittlerbetriebe.
BVK-Präsiden Michael Heinz

Die Zahl der Vermittler könnte von 89.000 Agentur- und Maklerbetrieben um 45 Prozent auf rund 49.300 Unternehmen schrumpfen, wenn die Honorarberatung die Provisionsberatung vollständig ablösen würde. Besonders treffen könnte dieser Rückgang die Existenzgründer: 88 Prozent müssten ihr Geschäft aufgeben. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Betriebswirtschaftliche Konsequenzen eines Systemwechsels in der Vergütung von Versicherungsvermittlern “, welche der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) erstellen ließ.

Die Studie untersucht drei Szenarien, unter denen sich der Vermittlerstand verändern könnte. Das erste Modell enthiält nur kleinere Vergütungs-Neuregelungen, Szenario 2 unterstellt größere Einschnitte in den Einnahmen, aber noch keinen honoraraffinen Markt. Das dritte Modell simuliert hingegen ein Umfeld aus Honorarberatung und Courtageverbot.

Existenzgründer hätten somit kaum Chancen. Ihnen fehle es an Potenzial Kosten einzusparen und an laufenden Provisionen, auf die sie sich stützen könnten. Der Vermittlerstand würde in Folge dessen Nachwuchsprobleme bekommen. Aber auch Vermittler, die schon länger dabei sind, jedoch noch nicht über ausreichend Bestandskunden verfügten, müssten mit erheblichen Einkommensbußen rechnen. So folgert die Studie, dass diese Makler vermehrt ihr Geschäft aufgeben würden, da sie noch jung genug wären, um in einem anderen Job Fuß zu fassen.

Aufgrund der befürchteten Abnahme der Zahl der Versicherungsvermittler warnen die Autoren der Studie davor, dass zukünftig die Deutschen nicht mehr ausreichend fürs Alter vorsorgen werden. Der Rückgang der privaten Vorsorge hätte sozialpolitische Folgen.

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