Offenbar haben die Analysten bei Franke und Bornberg mehr vom Markt erwartet. Doch gerade einmal 14 Versicherer bieten private Cyberschutz-Policen an. Alle zusammen bringen es dabei auf 20 Tarife, wobei in andere Policen mit eingeschlossener Cyberschutz ausdrücklich keine Rolle spielt. Seit dem ersten Rating im Jahr 2021 sind mehrere Versicherer aus dem Feld ausgestiegen. Es könnte wirklich mehr los sein auf so einem brisanten Markt.
Warum ist das so? Franke-und-Bornberg-Geschäftsführer Michael Franke hat da eine Theorie: „Zum einen fehlt der Privaten Cyber-Versicherung ein klares Leistungsprofil. Denn noch immer warten Versicherer vergeblich auf Musterbedingungen des GDV. Was macht einen guten Cyber-Schutz aus, und welche Leistungen sind vielleicht verzichtbar? Bei diesen Fragen stochern manche Versicherer noch im Nebel, zumal langfristige Schadenerfahrungen noch nicht vorliegen.“
Außerdem dürfte die Nachfrage nach solchen Policen noch gering sein, weil sich viele Menschen in Deutschland in falscher Sicherheit wiegen. Entweder weil sie sich darauf verlassen, dass eine andere Police ausreichenden Cyberschutz mit enthält. Oder weil sie nicht glauben, dass auch sie im Netzt angegriffen werden könnten („Ich bin doch gar nicht interessant“).
Was die Ratings angeht, so haben sich die Anbieter gegenüber 2021 kaum verbessert. Zehn Tarife schneiden mit FF+ beachtlich ab. Die Spitzennote FFF+ erreicht jedoch keiner, wie die folgende Grafik zeigt.

Löblich fällt der neue Spitzenreiter VGH auf. Der zeige einen „deutlichen Qualitätsschub“, heißt es von Franke und Bornberg, und erreiche mit einer Kombination aus Cyberschutz und Cyberrechtsschutz mit 1,6 die beste Note von allen. Folgende Tarife schnitten mit FF+ ab:
Die vier ungenügenden Tarife hingegen schwächeln insbesondere bei der Cyber-Haftpflicht (Urheberrecht, Vertraulichkeit und Mobbing), Cyber-Rechtsschutz, Geräterettung bei Cyber-Attacken und durch zu geringe Leistungen für Verluste bei Kauf und Verkauf im Internet.
In das Rating flossen 68 Kriterien aus zwölf Kategorien. Die meisten Punkte gibt es in den Kategorien Konto-/Daten-/Identitätsmissbrauch, Daten- und Geräterettung nach Cyber-Attacken und Verlust bei Interneteinkäufen.
Die Analysten bewerten die Versicherungsbedingungen und gegebenenfalls verbindliche Verbraucherinformationen, Antragsformulare, den Versicherungsschein und Geschäftsberichte. Geschäftsplanmäßige oder sonstige Erklärungen/Auslegungen der Versicherer, Selbstauskünfte und Werbung bleiben außen vor.
Um ein FFF+ zu erreichen müssen Tarife übrigens folgende Mindeststandards erfüllen:
Versicherungsschutz besteht bei Pharming, Phishing und Skimming für Zahlungskarten und beim Banking bis zu einer Leistungshöhe von mindestens 15.000 Euro
Mehr Informationen und alle Ratings finden Sie hier.
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